Editorial

Ein kleiner Gruß aus Deutschland von den Betreibern des Blogs, die auch nach dem Praktikum nicht ganz untätig sind ;)

 

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Eine Reunion in Bonn unter der Schirmfrauschaft und kulinarischen Expertise von Lina.

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Soundtrack des Tages:

Viva la Vida - Coldplay !!!!

Diplomsoundtrack für Naturwissenschaftler: "Symphony of Science" http://www.youtube.com/watch?v=JB7jSFeVz1U

 

¡Salut a la isla!!

El Corner

„Ab auf die Insel“ - Start mit Hindernissen

Am Samstag, den 08.01.2011 war es für mich soweit, endlich hieß es „Ab auf die Insel“. Denn ab heute begann für mich ein Redaktions-Praktikum auf der Insel Lanzarote. „Auf zum Flughafen“ morgens 09:30 Uhr- Start in der schönen Eifel. Ich sagte mir: „Je früher wir losfahren, desto sicherer bekomme ich meinen Flug“ - FEHLANZEIGE! Auf dem Ticket stand Düsseldorf-WEEZE, was ich nicht sonderlich beachtete. Jedoch gab es am Düsseldorfer Flughafen keinen Ryanair-Schalter, aber genau dort musste ich hin.

Und nun? Wir fragten die nette Dame am Tuifly-Schalter, wo sich denn bitte hier „Ryanair“ befindet. Diese drückte uns einen Zettel in die Hand und nuschelte, oder ich verstand es – wie des öfteren – mal wieder falsch “18km“, ich fragte darauf nochmal nach „18 km? Das schaffen wir locker“ „Nein! Nein!“ sagte die junge Dame „80 km!“. In meinem Gesicht tauchte ein leichter Hauch von Panik auf, mein Fahrer jedoch versuchte mich zu beruhigen und verglich unsere Situation mit der aus dem Film „Kevin allein zu Hause“ als plötzlich Familienpanik ausbrach und alle schrieen „Wo ist Kevin?“. Dies tat er in dem Moment auch und lockerte somit meine Anspannung wieder auf. Mit ordentlichem Zahn auf der Autobahn erreichten wir dann in 40 Minuten auch schon den „kleinsten Flughafen Westdeutschlands: Weeze, kein Wunder, dass ich den nicht kannte. Wir rannten rein und schon ertönte eine Stimme „Letzte Passagiere des Fluges sowieso nach Lanzarote jetzt bitte einchecken“. Puuuh…. Gerade so geschafft! Wir machten uns an den Schalter, Gepäck abgegeben 19,8 Kilo, am Vortag hatte ich ja auch 5mal umpacken müssen, damit ich meine 20kg-Marke nicht überschreite. Uns blieb nicht viel Zeit zum Abschied, deswegen fassten wir uns kurz, durch die Handgepäckkontrolle und schon ging es los zum Einstieg ins Flugzeug.Der Flug dauerte ungefähr 5 Stunden; neben vielen neuen Menschen, welche ich kennenlernte, darunter auch brüllende Kinder, genoss ich den traumhaften Panoramaausblick aus dem Flugzeug. Nachdem wir auch dann endlich Lanzarote erreichten und ich aus dem Flugzeug noch so einige kleine andere Inseln erblicken konnte, wurde ich auch schon von meiner  Praktikantenkollegin Sarah sowie meiner Chefin Susanne und ihrem Mann Karl empfangen. Da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, außer ein paar dieser überteuerten „Flugzeug-Häppchen“, machten wir uns auf zu einem Restaurant, in dem ich mir gleich eine riesen Pizza mit frischen Garnelen bestellte, so viel Käse wie auf dieser, habe ich noch nie auf einer Pizza gesehen. Nach dem Essen waren wir auch schon total geschafft. Sarah und ich fielen zu Hause gleich ins Bett.

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Am anderen Tag, ausgeschlafen wie eh und je, machte ich mich mit Sarah auf dem Weg zum Meer; 2 Minuten Fußweg, unfassbar, ein Traum!!! Nachdem wir einen leckeren Salat zu uns nahmen, machten wir uns auf den Weg nach Costa Teguise, eher als Touristenhochburg bekannt. Dort tranken wir Kaffee, genossen den Ausblick und shoppten ein wenig. Meine größte Errungenschaft an diesem Tag war ein spanischer Sombrero; ich fragte „hombre“ oder „mujer“? „Mujer“, antwortete die Verkäuferin… also für Frauen ;) - zack landete er auch schon in meinem Einkaufskorb. Auch zum Supermarkt ging es noch, frisches Essen, Trinken und Kosmetik kaufen, hier begegnete mir die freundlichste Verkäuferin der ganzen Welt…..  NICHT! Aber auch mit solchen Menschen kann ich aufgrund meiner 3-jährigen Berlin-Erfahrung äußerst gut umgehen.  Nach dem entspannten Tag am Meer inklusive Kaffee, Shoppingtour und Meerblick fuhren wir zurück zur Wohnung, welche nebenbei auch einen ziemlich genialen Meerblick vom Balkon sowie auch aus meinem Zimmerfenster mit sich bringt. Montagmorgen 9 Uhr startete auch schon mein erster Arbeitstag; da in einer Woche Redaktionsschluss anstand, war hier einiges zu tun. Aber eins konnte ich mir nicht nehmen, die tolle Aussicht auf dem Berg, wo unser Arbeitsplatz sich befindet, zu bestaunen und dies gleich in Fotos festzuhalten. Neben kleinen sportlichen Aktivitäten am Strand, Spaziergängen am Abend und Weinabenden auf dem Balkon unserer Praktikantenwohnung, hatte ich außer des Redaktionsschlusses in dieser Woche nichts weiterhin erlebt.

Den Redaktionsschluss haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und bald dürft Ihr Euch anschauen, was wir und auch im Vorhinein meine Kollegen so alles Tatkräftiges geleistet haben. Es werden noch viele spannende Erlebnisse auf der Insel auf mich zukommen. Da ich ziemlich unternehmenslustig und immer auf der Suche  nach einem neuen Abenteuer bin, sind schon einmal ein Surfkurs, Tauchgang, fotografische Erlebnisse, hohe Hügel besteigen, das Nightlife von Arrecife und Puerto del Carmen erkunden und vieles mehr in Planung. Ich freue mich hier zu sein und 3 Monate dort verbringen zu dürfen, wo andere ihren 2-wöchigen Urlaub verbringen. Und sage vorest….

 

Hasta luego!

Lanzarotes Praktikantenblog - Episode 32: Von Reifenpannen, Baustellen und Atlashörnchen

Fuerteventura_karte

Gemeinsam mit unserer befreundeten Parasitologin Lina Kurzrock machten wir, die Praktikanten von Lanzarote37°, uns auf den Weg nach Fuerteventura. Zu dritt wollten wir bei Tierärzten vorbeifahren, um Zecken für Linas Diplomarbeitsrecherche abzuholen, und natürlich unsere Nachbarinsel, die Benedikt und ich noch nicht kannten, erkunden.

Nach einem Sturz zwei Tage zuvor, hatte ich kurzzeitig befürchtet, gar nicht mitfahren zu können. Aber die Tatsache, dass ich mich ganz langsam und vorsichtig doch fortbewegen konnte, reichte für eine positive Entscheidung.

Um 9 Uhr morgens waren wir in Playa Blanca auf der Fähre und schipperten gemütlich herüber nach Corralejo. Das Wetter war sehr schön, wir ganz entspannt und bester Dinge, dass der Tag toll werden würde.

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Um halb 10 kletterte ich mehr schlecht als recht die engen Treppen des Schiffs herunter, um wieder ins Auto zu gelangen. Die Luke für die Ausfahrt war schon geöffnet, ich musste mich beeilen, da man ja niemanden aufhalten möchte. Das taten wir dann aber doch. Jedoch nicht meinetwegen. Unser linker Hinterreifen war platt. Ganz langsam fuhren wir von der Fähre herunter und stellten uns auf den erstbesten Parkplatz, um den Reifen zu wechseln. Während Lina hin und her telefonierte, um unseren Tagesablauf umzustrukturieren, wechselte Benedikt routiniert den Reifen. Ich übersetzte derweil ohne großen Nutzen aus dem Autohandbuch und zückte die Kamera, um die Situation festzuhalten.

Das nächste Problem folgte sogleich: Auch der Wechselreifen war platt. Ohne eine andere Möglichkeit machten wir uns auf den Weg zur nächstgelegen Tankstelle, im 1. Gang, unter Warnblinkbeleuchtung. Das theoretische Wissen um den Standort der Tankstelle relativierte sich im Einbahnstraßen-Dschungel von Corralejo schon nach weniger Metern. Aber zumindest das berühmte Glück im Unglück war uns treu: Auf der linken Straßenseite lag plötzlich eine Autowerkstatt vor uns. Mit wenigen Worten erläuterten wir unser Problem, und der hilfsbereite Mitarbeiter machte unser Auto innerhalb einer Viertelstunde wieder fit.

Fuerte_ventura_reifenpanne

Mit Zurückhaltung machten wir uns über Schotterpisten auf den Weg zu einem abgelegen wohnenden Tierhalter, wo Lina Zecken abholen wollte. Die Reifen hielten, und so konnten wir mit 40 Zecken im Gepäck durch das Sandgebiet von El Jable Richtung Süden nach Puerto del Rosario fahren. Nur kurz hielten wir an, um obligatorische Touristenfotos zu machen. Wieder im Auto fragte Benedikt nach seiner Sonnenbrille. Eigentlich wusste er, wo er sie gelassen hatte: auf dem Autodach. Am nächstmöglichen Wendepunkt drehten wir und fanden seine Brille tatsächlich wieder: ohne Gläser, ohne Bügel, verdreht und verbogen...

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Nach dem Besuch einiger Tierärzte in Puerto del Rosario und einem Einkauf im Supermarkt, suchten wir einen schönen Ort zum Picknicken. Die Degollada de Montaña Blanca über Caleta de Fuste/ El Castillo ist das zwar nicht, aber dennoch beeindruckend. Auf einem  Hügel  gelegen,  hat man von dort eine gute Aussicht über die Küste, den Flughafen und den Norden der Insel. Allerdings ist man dort oben in einer Geisterstadt: die Häuser sind nicht bewohnt, manche sind gar nicht vollendet, man sieht Kräne, Bauzäune. Auch wenn  dort  die Abenteuerlust in einem geweckt wird und man am liebsten in den leerstehenden Gebäuden auf Entdeckungstour gehen würde, ist man erschrocken, wie leichtfertig mit der Naturschönheit einer Landschaft umgegangen wird, um Profit durch  den Tourismus zu erzielen.

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Von der Ostküste der Insel ging es danach an die Westküste. Die Straßen zwischen Antigua, Betancuria und Pájara führten uns nach Ajuy. Kurz stoppten wir, um bei Nuestra Señora de la Peña auf den Stausee zu gucken. Auf dem kleinen Parkplatz wurden wir von einigen Atlashörnchen empfangen, die uns neugierig in Augenschein nahmen. Die flinken Kleinen kamen teilweise so nah, dass ich befürchtete, sie könnten mich annagen. Ihre Eignung als Fotomodelle war somit leider  gering. Dafür blieb ein wunderschöner Rabe ganz ruhig sitzen, als ich ihn ablichtete.

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Am traumhaften Strand von Ajuy genossen wir eine entspannende Stunde. Wir beobachteten die gigantischen Wellen, tranken gemütlich einen Cortado und mussten viel zu früh wieder aufbrechen.

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Bevor die Sonne unterging, erreichten wir La Ampuyenta, wo Lina uns eine kleine Kirche aus dem 17. Jahrhundert zeigen wollte. Sie liegt versteckt hinter einem Krankenhaus, das in den 1890er Jahren entstand, aber nie in Betrieb genommen wurde. Die Kirche war leider nicht geöffnet. So konnte ich nur das stimmungsvolle Licht des Sonnenuntergangs einfangen.

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Über die ehemalige Verwaltungsstadt La Oliva führte uns unser Tagestrip zurück nach Corralejo. Bei sehr leckeren Tapas ließen wir den ereignisreichen Tag in der Altstadt ausklingen, bevor uns die 20-Uhr-Fähre wieder nach Lanzarote brachte.

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Episode 31: Teneriffa: Sushi, Berge und Adieu

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Meine Praktikatenkollegin Sarah und ich verbrachten fünf ganze Tage auf der Kanareninsel Teneriffa mit dem Ziel, zu testen, was ein Inselhopping dorthin zu bieten hat. Nachdem wir am 20. November in unseren Wohnort Santa Cruz de Tenerife ankamen, schauten wir uns erstmal einen Tag in der Hauptstadt um, bevor wir am zweiten Tag die Universitätsstadt La Laguna besuchten. Da einschneidende Erlebnisse bis Montag allerdings ausblieben, möchte ich dort mit meinen Schilderungen beginnen:

Am Montag waren Sarah und ich in Santa Cruz de Tenerife Sushi essen. Das Restaurant hatten wir schon einige Tage zuvor gesehen. Sarah ist Vegetarierin und hatte noch nie Sushi probiert, obwohl es in jedem guten Sushiladen auch vegetarisches Sushi gibt. Montag sind wir dann also zielstrebig zum Restaurant und standen erstmal verwundert davor. Es war zwar geöffnet, sah aber immer noch geschlossen aus: Durch die Milchglasfenster war nichts vom Inneren zu sehen, draußen gab es weder Stühle & Tische, noch eine Karte. Egal. Wir gingen rein und es sah alles sehr nobel aus. Alle Tische edelst gedeckt, jedoch nur einer besetzt. Außerdem drei Kellner die in der Gegend herumstanden und zwei Sushimeister hinter der Theke. Uns wurde dann ein Tisch zugewiesen und die Karte gereicht. Ein Schock. Eine Karte, der man aufgrund des Sushifachjapanisch, auf den ersten Blick nicht viel mehr entehmen konnte als exorbitante Preise. Doch da im Sushirestaurant der Grundsatz teuer=besser so gut wie immer zutrifft, blieben wir. Wenn Sarah das Sushi hier nicht mögen würde, dann nirgends. Die Idee des vegetarischen Sushis fand der Kellner schon lustig, meinte aber der Koch könne da mit Sicherheit was Leckeres zubereiten. In Kombination mit einem Salat würde man auch vegetarisch satt werden. Ich entschied mich für eine Miso Suppe und acht kleine Röllchen Maki-Sushi (gefüllt mit Lachs, Thunfisch, nochwas). Das Nigiri-Sushi war unbezahlbar, blieb daher aus. Kurze Zeit später servierte man uns das beste Sushi meines bisherigen Lebens. Es war der Wahnsinn. Sowohl mein Maki-Sushi, als auch das vegetarische Sushi von Sarah, war perfekt. Geschmacklich wie optisch. Zum Nachtisch gab es Daifuku, ein mir bisher unbekannter, traditioneller japanischer Nachtisch. Ich würde behaupten, dass ich noch nie zuvor eine dermaßen hohe Rechnung für angemessen hielt. Doch es war okay, das einzige „richtige“ Essen gehen auf Teneriffa hatte sich gelohnt.

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Dienstagmorgen holten wir um kurz nach acht den reservierten Wagen ab, um zum Teide zu fahren, dem höchsten Berg Spaniens. Nachdem wir den Verkehrsdschungel und die anschließende, kurze Autobahnfahrt hinter uns hatten, änderte dich Umgebung sich in kürzester Zeit. Nach kaum einer Viertelstunde befanden wir uns im dichten Kiefernwald. Gut vierzig Kilometer fuhren wir durch die bewaldete Gebirgslandschaft. Mal sah man rechts das Meer. Mal sah man links das Meer. Dabei ging es die ganze Zeit rauf und runter. Meistens allerdings rauf. Schließlich liegt die Talstation des Teide schon auf einer Höhe von 2356 Metern. Es war noch recht leer an der Station, daher stellten wir uns umgehend in die Ticketschlange. Ein Tourist bezahlt für eine Auf- und Abfahrt mit der Bahn 25 Euro. Wir als Residenten haben nur 12 Euro pro Person bezahlt. Was ein „Schnäppchen“. Die Bahn brachte uns bis auf 155 Meter unterhalb der Berspitze, die bei 3718 Metern liegt. Die Luft war eiskalt. Ich habe mich wie im deutschen Winter gefühlt. Doch die Sicht entschädigte für alles. Man konnte Gran Canaria, La Palma und auch Fuerteventura sehen. Auch die Erdkrümmung war zu erahnen.

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Vom Teide ging es anschließend in den Ort „La Orotava“. Alte Gebäude hauen mich allerdings einfach nicht vom Hocker, daher fand ich es eher langweilig. Die Großstadt Santa Cruz gefällt mir doch wesentlich besser.

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Mittwoch stand dann schon der Rückflug auf dem Programm. Vorher wollten wir uns aber mit Susanne die Druckerei Sabater anschauen, in der Lanzarote37° gedruckt wird. Also erstmal mit dem Bus zum Flughafen um Susanne abzuholen, dann per Taxi zur Druckerei. Die Angestellten zeigten uns Schritt für Schritt, wie das Magazin aufs Papier kommt. Mit der großen Zeitungsdruckerei, in der ich schon war, konnte man Sabater nicht vergleichen. Die Abläufe sind allerdings ungefähr die gleichen. Von der Herstellung der Druckplatten über den Druck bis zum Verpacken und Versenden.

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Nach einem kurzen, schlechten Essen in Santa Cruz fuhren wir dann zum Flughafen und machten uns mit der Binter Propellermaschine auf den Heimweg.Das war es von Teneriffa.

Hasta Luego

Benedikt

Episode 30: Star-Wars-Sound im Timanfaya

Der letzte Blogeintrag ist ja nun schon eine Weile her. Zeit für Nachschub.

Die erste Novemberwoche hatte ich frei und habe die Insel zusammen mit meiner Freundin aus touristischer Perspektive unter die Lupe genommen. Wir haben uns die Fundación von César Manrique angeschaut, und ich war wirklich begeistert von diesem Haus. Viel Platz, große Sitzecken, alles wunderbar in das Lavagestein integriert. „So lässt es sich leben“, dachte ich mir. In der Fundación befindet sich auch noch eine Kunstausstellung mit einigen Werken César Manriques. Ich persönlich habe eine Einrichtung vermisst. Einen Eindruck wie César Manrique wirklich gelebt hat, bekommt man nämlich nicht bzw. nur sehr bedingt durch ein Video. Wer die Führungen durch König Ludwigs Schlösser in Bayern kennt, mit möblierten und original ausgestatteten Zimmern, der sollte seine Erwartungen zurückschrauben. Ich wusste bereits vorher, dass das Haus „kahl“ ist, daher hielt sich meine Enttäuschung vor Ort in Grenzen. Nichtsdestotrotz hat sich der Besuch gelohnt. Wer dort noch nicht war, sollte das unbedingt nachholen. Am selben Tag besuchten wir auch noch die Jameos del Agua und die Cueva de los Verdes. Meine Residencia hatte sich also schon gelohnt. Statt 8 Euro musste ich überall nur 1 oder 1,50 Euro bezahlen. Die Cueva war wirklich beeindruckend. Fast eine Stunde dauerte die Führung durch einen Kilometer des unterirdischen Lavatunnels. Am Anfang war ich skeptisch. Eine Stunde durch einen Lavatunnel zu laufen, stellte ich mir nicht gerade spannend vor. Doch die Zeit verging unglaublich schnell. Allerdings ist die Führung nichts für Leute mit Rückenproblemen. Ständig musste man sich bücken, die Deckenhöhe betrug teilweise unter 1,5 Meter. Die Jameos del Agua haben mich insgesamt nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Sie sind schön, aber mehr nicht.

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So richtig enttäuscht war ich vom Timanfaya-Nationalpark. Gar nicht vom Park an sich; die Aussicht ist toll, die Vulkane sind imposant. Eher von der Art, wie man den Park als Tourist erlebt. Obwohl wir bereits 10 Minuten nach Öffnung des Parks an der Islote de Hilario ankamen, lief die Touristenmassenabfertigungsmaschinerie bereits auf Hochtouren. Im 3-Minuten-Takt wurde den Touristengruppen vorgeführt, wie Wasser aus dem Boden schießen kann, und Vulkanhitze Sträucher verbrennt. Jedesmal begleitet von einem „ooooooooooh“ bzw. „aaaaaaaaaaah“. Schaut man sich das Treiben zehn Minuten lang an, kann man nur noch müde lächeln. Dann ging es in den Bus. Als wir den „Starthügel“ verließen, und eine Star-Wars-artige Musik in ohrenbetäubender Lautstärke einsetzte, wollte ich eigentlich schon wieder raus aus dem Bus. Aber jetzt waren wir nun mal auf dem Weg. In drei Sprachen (Spanisch, Englisch, Deutsch) wurde die Geschichte des Timanfaya erzählt. Auch in ohrenbetäubender Lautstärke. Wenn man zweieinhalb Sprachen davon versteht hat man irgendwann das Gefühl, es werde immer das gleiche erzählt und schaltet ab. Zwischendurch hielt der Bus an, damit sich Passagiere zum Fotos machen an die Scheiben kleben konnten. Nach einer knappen Stunde war die Tour auch schon wieder vorbei. Zurück an der frischen Luft. Die Tour war nichts für mich. Ich will selbst entscheiden können, wo ich Fotos mache und erst recht nicht von Star-Wars-Musik genervt werden. Wir sind dann ganz gemütlich mit dem Auto in Richtung Mancha Blanca gefahren. Aus dem Auto heraus, hatte der Nationalpark schon mehr Charme, als während der gesamten Bustour. Und ich konnte Fotos machen, wo ich wollte. Aber für 1,50 Euro muss man auch mal im Timanfaya gewesen sein.

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Mir sagte mal jemand, je weiter man in den Süden von Lanzarote käme, desto deutscher würde die Insel. Ich kann das bestätigen. In Playa Blanca und auch schon in El Golfo am „Lago Verde“ (grüner See) und bei „Los Hervideros“ hatte ich das Gefühl, nur von Deutschen umgeben zu sein. Es hört sich vielleicht komisch an, weil ich selbst Deutscher bin und ohne die deutschen Touristen nicht diese Praktikumsstelle hätte, aber trotzdem ist es grauenvoll, wenn man stundenlang keinen Einheimischen zu Gesicht bekommt.

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Am Wochenende ging es mal wieder auf die Piste in die Calle Jose Antonio nach Arrecife. Gestartet sind wir in einer Rockkneipe namens „Tsunami“. Schnell kamen wir mit einigen netten, wenn auch betrunkenen Spaniern ins Gespräch. Danach ging es nur eine Tür weiter ins „Cool“ mit großartiger elektronischer Tanzmusik.

In der darauffolgenden Woche musste ich auch schon wieder arbeiten und habe mich intensiv mit der Erstellung von Anzeigen beschäftigt. Mit dem „täglich Brot“ eines Grafikers bin ich also auch schon in Kontakt gekommen. Da es nun vor allem in dieser Woche wieder in die heiße Phase vor dem Druck geht, muss viel Korrektur gelesen werden. Und genau das werde ich auch jetzt tun.

 

Hasta luego

Benedikt

Fotos: ©Franziska Evers

Episode 29: Geradegerückt

Drei Wochen auf der Insel, drei Wochen lang eine Frage: Wie kann es sein, dass unser Wohnort Arrieta keine Kirche hat? Während meines Studiums hatte ich mich ausführlich mit dem Spanienbild der Deutschen auseinandergesetzt. Dort ging es zwar mehrheitlich um ganz andere Dinge als die vermeintliche Religiosität, aber ich erinnere mich, schon als Kind im Zusammenhang mit Spanien gehört zu haben, dass die Bevölkerung sehr gläubig sein solle. Und nach vielen Aufenthalten besonders auf dem Festland möchte ich mir anmaßen, das Land und seine historische Entwicklung recht gut zu kennen bzw. einschätzen zu können. Deswegen finde ich es kaum verwunderlich, dass es in manchen Orten an jeder Straßenecke eine Kirche gibt. Soll das auf Lanzarote anders sein? Nein... Nicht nur in anderen Ortschaften fielen mir Kirchen auf, sondern derweil auch das zugegebenermaßen winzige Kirchlein in Arrieta. Beim ersten Vorbeifahren hatte ich die Kirche schlicht und einfach (und peinlicherweise) übersehen. Dabei schmücken sie ein Kreuz und eine Glocke, offensichtlicher hätte es kaum sein können.

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Überhaupt lerne ich meinen Wohnort immer besser kennen. In Deutschland hatte ich gedacht, mein Praktikum würde mich ans Ende der Welt verschlagen. Mehrfach dachte ich über die Erkenntnisse nach, die mir Aufnahmen von Google Street View bescheren könnten. Dieser Dienst, hierfür definitiv mehr Segen denn Fluch… Hätte ich mir z.B. von zu Hause aus die Straßenperspektiven angucken können, müsste ich aktuell nicht in so vielen Mails und auf Postkarten richtigstellen, dass ich entgegen meiner ersten Befürchtungen nicht vereinsame.

Allein um die Existenz einer Tankstelle wusste ich. An sie waren meine Hoffnungen geknüpft, eventuell gelegentlich Menschen zu sehen. Aber es gibt hier viel mehr: eine Konditorei, einen kleinen Supermarkt, einige Fischrestaurants, eine Tauchschule... Der Strand ist gut besucht, von Spaniern, Deutschen, Briten. Er wird sogar vom Cruz Roja, dem Roten Kreuz, beaufsichtigt, was beweist, dass es sich nicht um eine kleine Badestelle irgendwo im Nirgendwo handelt. Des Weiteren gibt es eine Bushaltestelle, und obwohl der Bus sehr selten fährt, kann man mit ihm morgens pünktlich und problemlos zur Redaktion kommen. Zurück ist schwieriger… Aber da es ja doch Menschen auf diesem Fleckchen Erde gibt, begegnet man immer jemandem Netten, der einen per Anhalter mit nach Arrieta nimmt.

Und tatsächlich: Wenn wir abends draußen auf dem Balkon sitzen, die Autos vorbeifahren hören und von den Scheinwerfern geblendet werden, da wünsche ich mir gelegentlich ein geringeres Verkehrsaufkommen… Also, an alle zukünftige Praktikanten oder Menschen, die hierhin kommen möchten, sei gerichtet: Arrieta ist keine Großstadt, das erwartet wohl niemand. Abgeschnitten von der Zivilisation ist man aber auf gar keinen Fall.

Veränderungen gab es nicht nur in meinem Denken, sondern auch in unserer WG. „Praktikantenwohnung“, das klingt mehr funktional als wohnlich, und doch haben wir es nun endgültig gemütlich. Die auf Dauer unbequemen Stühle, zum Arbeiten, Faulenzen, Fernsehgucken, Essen, für alles benutzt, wurden um ein wunderbar großes, weiches Sofa ergänzt. Um Platz dafür zu schaffen, mussten wir jedoch unseren Wohnzimmerschrank verschieben. Das legte den Blick auf einen unschönen elektrischen Anschluss frei. Inspiriert von den Künstlern und ihren Œuvres, die wir schon auf Lanzarote kennenlernen durften, planen wir, dort ein eigenes Kunstwerk zu installieren. Bisher verdeckten wir nur den Anschluss, aber in den nächsten Tagen und Wochen werden wir unserer gestalterischen Ader freien Lauf lassen und uns etwas Kreatives überlegen. Wenn dann die Zeit soweit ist, werden wir gerne ein Foto vom Erzeugnis unseres künstlerischen Schaffens präsentieren. Auch innenarchitektonisch ist die Wohnzimmergestaltung noch ausbaufähig, aber da die Grundvoraussetzungen stimmen, brauchen wir nur eine zündende Idee, um etwas verändern zu können. Vielleicht finden wir ja eine Anregung im Internet – das können wir nun auch von Zuhause aus nutzen.

 

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Episode 28: Andybrot, Wandern und das "gedruckte" Blog

Reportage über "Andybrot"

Tías. Bereits in der letzten Woche besuchte ich zusammen mit Tanja die Bäckerei von Andreas Sundermann alias Andy. Eigentlich bestand meine Aufgabe darin, für das nötige Bildmaterial zu sorgen, während Tanja den Text schreiben sollte; letztendlich habe ich aber auch eine  Reportage verfasst.
Morgens um 1:45 Uhr trafen wir bei der Bäckerei „Andybrot“ in Tías ein. Andy selbst war bereits dort und hatte alle Gerätschaften für seinen Arbeitstag vorbereitet. Ich konnte mich dann zum ersten Mal richtig mit der Vollformat-Kamera meiner Chefin Susanne austoben. So zog die Nacht ins Land, indem Andy seiner Arbeit nachging, Tanja ihn mit Fragen bombadierte, die er wohlwollend beantwortete, und ich wie verrückt Fotos machte. Über 500 Stück sind es schließlich geworden. Die besten werden dann mit der Reportage in der nächsten Ausgabe von Lanzarote 37° abgedruckt. Der Text, der im Heft erscheint, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Mischung aus Tanjas und meinem Text sein. Lanzarote37°-Mitarbeiter Matthias hat die beiden Texte bereits zu einer flüssigen Fassung geformt.
Die Vorort-Recherche und das Fotografieren war für Tanja und mich um circa zehn Uhr morgens vorbei. Dann ging es noch schnell in die Redaktion, um den Erfolg der Mission zu melden, bevor ich meinen verdienten Mittagschlaf bekam.

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Wanderung in Haría

Haría. Am vergangenen Samstag habe ich an meiner dritten Wanderung teilgenommen. Vom „Tal der tausend Palmen“ Haría ging es zu den Steilklippen des Famaramassivs, mit einem tollen Ausblick auf den Strand von Famara und die nördlich von Lanzarote gelegenen kleinen Inseln. Bei der Rückkehr wurde noch der für Handwerkskunst bekannte Markt in Haría ausgekundschaftet.

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Nur noch zu Zweit

Arrieta. Am Freitag hat Kollegin und Mitbewohnerin Tanja Lanzarote verlassen. Nach drei Monaten bei Lanzarote37° hat sie der sonnigen Insel den Rücken gekehrt. Damit ist auch unsere WG auf zwei Bewohner geschrumpft. Die Wohnung wird indes immer wohnlicher. Ich habe nun ein Expedit-Regal, und ein Sofa ist auch bestellt. Das Einzige, was uns zu unserem Glück hier noch fehlt, ist Internet.

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"bennesblatt"

Am Wochenende kam ich auf die Idee, meinem Blog bzw. meine Erlebnisse so zu verschriftlichen, dass man sie auch ausdrucken kann. Daraufhin habe ich mich am Samstagabend an den PC gesetzt und "bennesblatt" entworfen. Letztendlich sind daraus zwei Seiten im "Zeitungslook" entstanden. Je nachdem wie das Feedback dazu ausfällt, wird "bennesblatt" auch weiterhin erscheinen. Die Idee ist sicher noch ausbaufähig. Ich hoffe auf konstruktive Kritik der Leser. Den Download der pdf-Datei gibt es hier: bennesblatt (Ausgabe 01/2010)

Episode 27: Letzte Grüße aus Lanzarote – Tanja sagt „adíos“

Mein Praktikum auf Lanzarote neigt sich dem Ende, in 48 Stunden werde ich bereits im Flieger Richtung Heimat sitzen. Empfangen werde ich in Deutschland laut Wettervorhersage mit lausigen  10°C, hier auf Lanzarote ist die Temperatur außer vielleicht in den frühen Morgenstunden nicht ein einziges Mal unter die Zwanzig-Grad-Marke gerutscht.

Ich möchte die zweieinhalb Monate hier nicht missen und kehre um viele Eindrücke reicher nach Hause zurück. Zehn Wochen sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn es darum geht, tiefere Einblicke in journalistische Arbeit zu bekommen. Dennoch habe ich in dieser kurzen Zeit einiges gelernt, das ich in Zukunft auf jeden Fall weiter ausbauen möchte. Dazu zählt zum Beispiel, sich bei einer Recherche vor Ort nicht nur auf das große Ganze zu konzentrieren, sondern auch ein Auge fürs Detail zu entwickeln, den Leser „an die Hand zu nehmen“ und ihn am Erlebten teilhaben zu lassen, ohne sich selbst dabei in den Mittelpunkt zu stellen. Matthias, der Chefredakteur der englischsprachigen Ausgabe von Lanzarote 37°, gab mir ganz zu Anfang folgenden Rat: Man schreibt für den Leser, nicht für sich selbst. Ein Journalist sollte sich daher selbst zurück nehmen und sich die Frage stellen, welche Informationen tatsächlich wertvoll für die Rezipienten sind und welche nicht. Bis ein Text druckreif ist, ist es ein langer Weg, auch das habe ich gelernt. Doch wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, wie oft ich meine ersten beiden Artikel im Vergleich zu den letzten beiden überarbeitet habe, kann ich doch eine rasante Verbesserung feststellen. Das wird mit Sicherheit nicht mein letztes journalistisches Praktikum im Printbereich gewesen sein.

 

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Während des Praktikums habe ich nicht nur erste Eindrücke der journalistischen Praxis sammeln können, sondern auch wunderschöne Momente auf der Insel genossen. Ich habe hunderte Fotos von Sonnenauf- und Untergängen geschossen, weil mich die Farbintensität jedes Mal aufs Neue verzaubert hat. Ich bin mitten durch die Natur gewandert, habe Vulkane bestiegen und mich am  traumhaften Panorama nicht satt sehen können. Ich habe an Stränden gelegen, die paradiesisch angemutet haben und zu oft konnte der Fotoapparat die komplette Schönheit der Landschaft einfach nicht einfangen. Die Bilder in meinem Kopf kann mir trotzdem keiner mehr nehmen. Zum Abschied habe ich daher einige Impressionen zusammengestellt, die meinen Aufenthalt im Zeitraffer bebildern.

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Trotz der schönen Momente freue ich mich auf zu Hause, auf ein Leben nach dem längsten Urlaub meines bisherigen Lebens. Das soll nicht den Eindruck erwecken, ich hätte hier nur gefaulenzt, doch trotz der Arbeit in der Redaktion kam bei dem herrlichen Wetter und dem nur 200m entfernten Atlantik „gezwungenermaßen“ Urlaubsstimmung auf. Nach der Arbeit direkt an den Strand zu gehen, und die letzten Sonnenstrahlen auszunutzen, ist wirklich eine feine Sache, an die ich mich auch in Deutschland durchaus gewöhnen könnte. Wie auch immer, das Praktikum war eine interessante Erfahrung und ich bereue nichts. Besser kann Arbeit und Vergnügen meiner Ansicht nach kaum verbunden werden – ich würde jedem angehenden Journalisten ans Herz legen, auch ein solches „Experiment“ zu wagen.

 

Dieses Mal sage ich nicht „hasta luego“, sondern schließe mit einem

Adíos,

Tanja

 

Fotos: © Tanja Drott

Episode 26: Der nächste Neuankömmling

Die Redaktion der deutschsprachigen Inselzeitung Lanzarote37° in Haría mit ihrem traumhaften Ausblick auf das Meer: Seit vier Tagen sitze nun auch ich hier und versuche mich im Berufsfeld des Journalisten. „Ich“ ist Sarah, 26 Jahre alt und von der Ausbildung her Historikerin.

Für sechs Monate werde ich das Team des Magazins unterstützen, um mich weiterentwickeln und meine Grundlagen ausbauen zu können. Auch wenn man sagt, aller Anfang sei schwer, bin ich guter Dinge und freue mich auf die folgende Zeit.

Die berühmten Schwierigkeiten des Anfangs erlebte ich noch in Deutschland, als mich eine E-Mail meiner Fluggesellschaft informierte, dass ich meinen Flug wegen des Streiks am 29. September nur mit Handgepäck antreten könne. Mit Bauchschmerzen buchte ich den Flug um und informierte dann meine neue Chefin Susanne über die Änderung. Ein Glück, dass sie verständnisvoll reagierte.

Am vergangenen Samstag trat ich dann meine Reise an. Nach viereinhalb Stunden in einem Flugzeug mit vielen reisenden Familien – und damit verbundenem Geschrei und Gebrüll der armen Kleinen, die immer unruhiger wurden und sich gegenseitig zu Schimpftiraden anstachelten – kam ich am frühen Abend auf der Insel an. Bei Nieselregen. Schon die Durchsage des Flugkapitäns bei Abflug in Weeze hätte mich aufhorchen lassen müssen: „Das Wetter in Lanzarote ist genauso schön wie hier.“ Haben Menschen mit einem beruflichen Bezug zum Wetter eine andere Auffassung desselben? Gestartet waren wir durch eine dicke Wolkendecke und zur Landung mussten wir dann wieder eine ebensolche durchfliegen. Das hatte ich mir anders vorgestellt, aber immerhin war es deutlich wärmer als in der verlassenen Heimat.

Beim Betreten der Ankunftshalle wurde ich schon erwartet. Susanne und meinen zwei Praktikantenkollegen und künftigen Mitbewohnern in Personalunion, Tanja und Benedikt, empfingen mich herzlich. Nach einem Abstecher zum Supermarkt ging es Richtung „neues Zuhause“ im Norden der Insel.

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„Dauert es wirklich zwei Minuten bis zum Strand?“ „Ja, wenn du schleichst.“ Tanjas Antwort musste ich gleich nach dem Auspacken meines Koffers auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. So schnappte ich mir das Handy, um meinen Eltern eine Nachricht über die gute Ankunft zukommen zu lassen, und ging los. Ich tippte nicht besonders schnell und hob selbstverständlich gelegentlich den Blick, um die neue Umgebung auf mich wirken zu lassen, aber die Mitteilung war kaum fertig, als es auch schon an der Zeit war, die Flipflops auszuziehen: Der Strand war erreicht und lud mich zum abendlichen Spaziergang ein.

Am nächsten Morgen bewies sich, dass ich tatsächlich eine Glückssträhne habe. Nicht nur, dass ich auf dieser wunderschönen Insel ein Praktikum machen kann, nein, gleich an meinem ersten Tag gewann ich beim Knobeln einen Bootsausflug gegen Benedikt. An einem Tag ohne Wolken und mit strahlendem Sonnenschein.

Nach dem Besuch des Sonntagsmarkts in Teguise, machten Tanja und ich uns auf den Weg nach Puerto Calero. Zusammen mit der Crew des Shelltone Whale Project fuhren wir aufs Meer und versuchten mittels einer Ocean Shell, einem selbstentworfenen Blasinstrument in Muschelform (siehe Bericht in der Lanzarote37°-Ausgabe Nr. 41 Oktober/November), mit den Meeressäugern zu kommunizieren. Leider blieben unsere Töne ungehört, und kein Wal oder Delphin zeigte sich. Dafür durften wir im offenen Meer schwimmen, was herrlich, aber auch anstrengend war. Erholung von den Schwimmstrapazen versprach das Sonnendeck. 

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In der Redaktion sitze ich nun seit Montag. Von unserer Wohnung in Arrieta dauert es nur wenige Minuten, um bis nach Haría zu fahren. Während der Fahrt hat man einen spektakulären Ausblick hinunter aufs Meer, denn Haría liegt rund 300 Meter oberhalb unserer Wohngemeinschaft. Fast behauptete ich, in Deutschland kann man stundenlang fahren, ohne eine ähnlich tolle Sicht zu haben – vielleicht doch zu Unrecht. Schließlich war ich zu Studienzeiten immer hocherfreut, von der Bibliothek des Historischen Seminars aus, den Kölner Dom zu sehen. Ändern sich so die Dinge?

Nach vollbrachter Arbeit genieße ich es nun, den Blick neben den Bildschirm schweifen zu lassen, und eine Palme und das Meer zu sehen. Sattes Blau bis zum Horizont. Dennoch werde ich mein Ziel, hier etwas für meine berufliche Zukunft zu lernen, nicht aus den Augen verlieren. Den ersten Kurzmeldungen, die ich geschrieben habe, werden hoffentlich lange Artikel und gut recherchierte Geschichten folgen. Ich möchte mich verbessern: meine allgemeinen journalistischen Grundkenntnisse, meinen Stil. Viel Neues möchte ich machen, sehen und erleben. Von meinem Schaffen werde ich fleißig hier im Blog berichten. Schön, dass sich auf Lanzarote die wichtigen Dinge mit den angenehmen verbinden lassen.

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Episode 25: Der „Neue“ in der Redaktion

Wie Tanja in ihrem Blogpost schon erwähnte, bin ich seit dem 18. September „der Neue“ in der Redaktion von Lanzarote37°. Bis kurz vor Weihnachten darf ich nun meine journalistischen Fähigkeiten auf der Insel unter Beweis stellen und verbessern.

Am Folgetag meiner Ankunft musste ich schon zum Korrekturlesen in die Redaktion. Es war Sonntag; Regel Nr. 1 aus meinem bisherigen Journalismusstudium hatte sich also direkt bewahrheitet: Der Journalist ist immer im Dienst! Obwohl wir den gesamten Sonntag und Montag bis in die frühen Morgenstunden nach Fehlern gesucht haben, ist das Ergebnis frustrierend, wenn man das Heft eine Woche später in der Hand hat. Ganz fehlerfrei bekommt man es wohl nie.

Die nächsten Tage wurde ich mit dem Content-Management-System der Redaktion vertraut gemacht. Das ist eine Art „Programm“ mit dem die Inhalte für die Website aufbereitet und online gestellt werden können. Das Einstellen der Fotos ins Internet kann zu einer ziemlichen Fummelei werden. Herauszufinden, welche Bildunterschrift nun zu welchem Bild gehört, zerrt nach einiger Zeit an den Nerven. Nach einigen Telefongesprächen mit der Programmierungsfirma waren allerdings die meisten Missverständnisse beseitigt, auch wenn es immer noch an Übersichtlichkeit mangelt.

Am Donnerstag ging es auf die Caldera Blanca. Das ist der Vulkan mit dem größten Krater auf Lanzarote. Er liegt nördlich des Timanfaya Nationalparks bei Mancha Blanca. Der Weg zum 458m hohen Gipfel war bei deutlich über 30°C und warmen Winden kein Spaziergang, mit genug Wasser aber gut zu schaffen. Einige Mitglieder unserer Gruppe gehörten allerdings der älteren Generation an und das Wandern in der prallen Sonne machte ihnen wirklich zu schaffen. Das Umland der Caldera Blanca besteht aus schwarzer getrockneter Lava. Man kann gut nachvollziehen, wie sie um den alten Vulkan herum geflossen ist. Auf Fotos ist die Weite dieser Lavafelder nur schwer bzw. gar nicht zu erfassen. Die Landschaft wirkt irgendwie unwirklich. Wer die Tour genauer nachvollziehen, möchte kann das auf dieser Seite tun: http://www.youguide.de/article/Caldera%20Blanca

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Am letzten „offiziellen“ Arbeitstag  der Woche (inoffiziell ist der Journalist ja immer im Dienst) stand die Redaktionssitzung auf dem Programm und zwar in zweifacher Ausführung. Sowohl für die deutsche als auch die nächste englische Ausgabe mussten Inhalte gefunden werden. Die Vorschläge von Tanja und mir wurden wohlwollend aufgenommen. Es gab keinen Punkt zu dem uns gesagt wurde: „Das ist Mist. Das machen wir auf keinen Fall.“ Was genau dann für das nächste Heft übriggeblieben ist, werdet ihr sehen, wenn es am Kiosk liegt.

Am Samstag hatte ich den ersten Tauchgang meines Lebens. Mit Pressluftflasche und Neoprenanzug ging es hinab bis zu einer Tiefe von 12 Metern unter dem Meeresspiegel. Die Vorstellung, sich  fast eine dreiviertel Stunde unter Wasser zu befinden, bereitete mir im Vorfeld doch ein bisschen Unbehagen. Unter Wasser war das beklemmende Gefühl, welches man am Anfang auf jeden Fall hat, allerdings schnell verflogen. Die Vielzahl der Fische war einfach überwältigend. Da ich bereits über zehn Jahre aktiv im Verein geschwommen bin und da natürlich ohne Flasche tauchen war, habe ich zu Beginn das Atmen einfach vergessen. Die Macht der Gewohnheit sagte mir, dass Atmen unter Wasser nicht möglich sei. Gerade wenn ich dann neue Fische zu Gesicht bekam und mich nicht mehr vollkommen aufs Atmen konzentrierte, merkte ich zwanzig Sekunden später, dass ich mal wieder Luft holen sollte. Nach einer Eingewöhnungszeit von ca. zehn Minuten kam das allerdings nicht mehr vor. Noch einen Tauchgang später war ich erledigt. Ist man den Wasserdruck nicht gewohnt, zerrt er nach einiger Zeit an der physischen Verfassung, sodass ich nach dem zweiten Tauchgang leichte Kopfschmerzen hatte und froh war, das Wasser verlassen zu können. Insgesamt hat es aber enorm viel Spaß gemacht und ich würde bei der nächsten Gelegenheit sofort wieder mit Flasche und Neoprenanzug in die Tiefen des Atlantiks eintauchen. Danke an unseren Tauchlehrer Werner von Aquatis Diving. Er hat tolle Fotos gemacht und konnte uns viel zur Tauchlandschaft in Puerto del Carmen erzählen.

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Am Abend haben Tanja, Lina und ich die Partymeile von Puerto del Carmen und Arrecife ausgekundschaftet. Zur Einstimmung ging es in einen Irish Pub namens „Mulligans“ in Puerto del Carmen. Die Band dort sorgte für gute Stimmung mit einer Mischung aus klassischen und mordernen Rocksongs, von Beatles bis Green Day war alles dabei. Die Einrichtung war rustikal, wie es sich für einen Irish Pub gehört. Der zum Interieur gehörende rote Sportwagen hat mich sofort an das Restaurant Jack Rabbit Slim’s im Film Pulp Fiction erinnert. Abzüge in der B-Note gibt es dennoch, denn auf der ansonsten reichhaltigen Cocktailkarte war keine Caipirinha zu finden. Meiner Meinung nach ein Klassiker, der in jede noch so kleine Cocktailkarte gehört. Da uns die Tanzstimmung ein bisschen fehlte, haben wir uns ein Getränk später auf den Weg in die Hauptstadt Arrecife gemacht. In einem Club namens Ococo harrten wir ca. zwei Stunden aus. „Ausharren“ beschreibt unseren Aufenthalt ganz treffend, denn es wurde nicht wirklich voll, die Stimmung hielt sich in Grenzen, und ich muss gestehen, dass mir die spanische Popmusik genauso wenig zu sagt, wie die Popmusik in deutschen Discotheken. Ich hoffe in den nächsten Wochen noch Clubs mit elektronischer Musik zu finden. Es steht jedenfalls weit oben auf meiner To-Do-Liste.

In dieser Woche habe ich mich um die Papiere für meine Residencia bemüht. Nachdem ich eine sehr sonnige Stunde lang vor der Policía Nacional in der Schlange gestanden habe, dauerte das Aushändigen der Formulare knappe zwei Minuten. Dann konnte ich wieder gehen. Jetzt freue ich mich schon darauf, demnächst wieder eine Stunde anzustehen um die Papiere in zwei Minuten abzugeben und dann einen Termin zu bekommen an dem ich wieder anstehen kann, um meine Residencia in vielleicht etwas mehr als zwei Minuten abholen zu können. Wir werden sehen. Ich werde berichten.

Was ich hier besonders genieße, ist das Wetter. Nicht nur, dass es immer warm genug ist um kurze Hosen zu tragen, sondern auch das Licht am Abend, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet (von Arrieta aus kann man den Sonnenuntergang ja nicht sehen), ist absolut traumhaft.

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Das war es für den Anfang von mir.

Hasta luego

Benedikt